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Beromünster: Der Schlösslihang soll unverbaut bleiben

Die Mitwirkung der Ortsplanungsrevision der Gemeinde Beromünster ist abgeschlossen, 16 Stellungnahmen sind eingegangen, welche da und dort zu Anpassungen in den Planungsinstrumenten geführt haben. Die meisten Eingaben haben allerdings zu keiner Änderung geführt. Auch jene, die anregten den Schlösslihang auszuzonen, um diesen vor einer Überbauung zu schützen. Nun lanciert die «IG Baukultur» eine Gemeindeinitiative, um das Anliegen an die Urne zu bringen.

Schlösslihang in Beromünster: Eine Gemeindeinitiative will die Bebauung, zumindest im südliche Teil, verhindern, doch die Profile stehen bereits. 

Die Bauprofile am Schlösslihang stehen bereits und künden von den Bauten, welche dort entstehen sollen. Die IG Baukultur findet dagegen, das naturnahe Stück Wiesland mit altem Obstbaumbestand solle erhalten bleiben. Sie fürchtet, die optische Zäsur zwischen Siedlung und Schlössliwald werde durch eine zu hohe und zu dichte Bebauung verschwinden und verlangt eine Auszonung. Ihre Befürchtung hat sie bereits bei der Mitwirkung geäussert. Laut Mitwirkungsbericht des Gemeinderats, welcher auf der Gemeindehomepage aufgeschaltet ist, hat das aber zu keiner Änderung geführt. Der Gemeinderat schreibt dazu: «Das Gebiet Schlössli Höchi ist seit 1975 eingezont. 1991 wurde die Zone ausgedehnt auf die ganze Parzellentiefe, 2003 wurde sie wieder reduziert auf die aktuelle Fläche. Mittlerweile bestehen ein rechtskräftiger Gestaltungsplan und das Baugesuch liegt vor. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es für eine Auszonung zu spät, zumal eine solche seit der Erarbeitung des räumlichen Entwicklungskonzeptes (REK) nie ein Thema war, weder in der Mitwirkung zum REK noch in der Mitwirkung zur Ortsplanungsrevision. Im Rahmen der Überarbeitung der Ortsplanung wurde nach der Einreichung des überarbeiteten Gestaltungsplans Ende 2020 die Frage einer Auszonung des südlichen Teils in der dreissigköpfigen Begleitgruppe Ortsplanung aufgrund eines entsprechenden Antrags thematisiert und von dieser ganz klar verworfen (ohne Gegenstimme). Die Begleitgruppe, als politisches Begleitgremium, besteht aus Vertreter:innen aus der Bevölkerung, Parteien, Vereinen, Interessensverbänden und Grundeigentümern.

Auszonung der südlichen Parzellen

Die IG Baukultur hat sich deshalb entschlossen eine Gemeindeinitiative zu lancieren. Sie findet nach wie vor, dass: «Das geschützte Ortsbild mit Waldkathedrale, Stift, Fläcke durch monströse Einfamilienhäuser für Generationen beeinträchtigt und verschandelt wird.» Konkret sollen der Schlösslihang – die beiden Parzellen südlich vom Fussweg – ausgezont werden, die Parzelle nördlich vom Fussweg in der Wohnzone bleiben, im Bereich des Wegs soll eine zehn Meter breite Grünzone ausgeschieden werden. Die Unterschriftensammlung startet aufgrund der Dringlichkeit trotz Ferienzeit am kommenden Montag.

Zwei Fragen

Man darf sich natürlich fragen, weshalb die Opposition so spät kommt, nachdem – wie der Gemeinderat festhält – diese Auszonung bisher kein Thema war, beziehungsweise nur innerhalb der Begleitgruppe Ortsplanung. Die IG sagt dazu: «Uns wurde die Tragweite erst bewusst, als das Baugespann ausgesteckt und das konkrete Bauprojekt aufgelegt wurde.» Zudem wollte man Mitwirkungsergebnisse abwarten. Und man darf sich weiter die Frage stellen, weshalb die IG zu einer Gemeindeinitiative greift und sich nicht mit einer Einsprache einbringt, wozu die öffentliche Auflage – sie findet vom 22. August bis 20. September statt – ja eigentlich da wäre. Die IG findet nun, dass alle Bürgerinnen und Bürger von Beromünster das Recht haben sollten, darüber zu entscheiden, ob der Schlösslihang ein Naherholungsgebiet für alle bleiben kann oder nicht. Ausserdem wolle man nicht gegen die gesamte Ortsplanungsrevision vorgehen und dazu aufrufen, dass diese abgelehnt werde. Die Gemeindeinitiative bildet daher nach der Abschaffung der Gemeindeversammlung die einzige Möglichkeit, politisch Einfluss zu nehmen. Das Ziel der IG Baukultur ist es, dass die Bürgerinnen und Bürger zeitgleich mit der Abstimmung zur Ortsplanungsrevision auch über die Gemeindeinitative abstimmen können.

Abseits der Ortsplanung ist die IG auch von geplanten Bauvorhaben an sich alles andere als überzeugt. «Sämtliche baurechtlichen Möglichkeiten sind ausgereizt», hält sie fest, «aber es geht in diesem Fall auf Kosten einer guten Architektur und Eingliederung.» Architektin Annabarbara Suter, Mitglied der IG Baukultur, wird noch deutlicher: «Ich bin sehr besorgt vom tiefe Niveau des Bauprojekts.»

IG Baukultur: Peter Suter, Marco Steiner, Nathalie Wey und Annabarbara Suter. 

Der Schlösslihang soll unverbaut bleiben. Und ausgezont werden
Diese benachbarte Parzelle soll in der Wohnzone bleiben.

Unterlagen zur Revision der Ortsplanung der Gemeinde Beromünster

Mitwirkungsbericht des Gemeinderats Beromünster zur öffentlichen Auflage der Ortsplanungsrevision vom 28. März bis 26. April 2022

Text und Bilder: Martin Sommerhalder




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