Aus dem Dornröschenschlaf geweckt
Der Verein NaturMichelsamt verhalf einem Kleinod im Traselingerwald zu neuer Frische. Mit Unterstützung des kantonalen Forstdienstes und der Vereinsmitglieder, wurden der Waldweiher aufgewertet und Kleinstrukturen realisiert.
Von hochstehenden Brombeeren überwachsen, erinnerte einzig noch der Schilfbestand, dass im Taselingerwald ein Juwel schlummert. Vor über 15 Jahren realisiert, war dieser Waldweiher die letzten Jahre seiner natürlichen Entwicklung und damit der Dynamik des Walds überlassen. Die zunehmend überwachsenen offenen Wasserflächen, der dichter werdende Waldrand und damit das fehlende Licht, liessen die ansonsten ideal gelegene und mit viel Licht begünstigte Weiherlandschaft etwas «verarmen».
Waldweiher in alter Frische
Diesen Herbst hat der Verein NaturMichelsamt die Initiative ergriffen, den Standort im Traselingerwald so aufzuwerten, dass dieser den einst gesetzten Biodiversitätszielen wieder gerecht wird. In Absprache mit der Grundeigentümerin – die Geschwister Rahel, Markus und Reto Estermann – und Unterstützung des kantonalen Forstdienstes, der wesentliche Mittel zur Umsetzung bereitstellte, erstrahlt der Waldweiher im Traselingerwald wieder in neuer Frische. Etwas das nicht nur die Natur, sondern auch Besucherinnen und Besucher freuen dürfte.
Einheimische Tiere freuts
Da es sich um die Wiederherstellung eines bestehenden Stillgewässers handelte, ging alles sehr rasch. Der Bagger der Firma Risi ist Anfang Oktober aufgefahren, um den Weiher wieder in Form zu bringen. Dabei wurde das Gewässer wieder geöffnet und darum herum grosszügig Gehölz entfernt. Mit der Ausbildung von Flachwasserzonen gibt es nun Bereiche, wo sich das Wasser schneller erwärmt. Etwas, das Amphibien, wie etwa Wasserfrosch, Berg- und Fadenmolch besonders lieben. Mitte Oktober packten die Mitglieder des Vereins NaturMichelsamt selbst zu, um Kleinstrukturen für verschiedene Tierarten zu realisieren. Sie platzierten Nistmöglichkeiten für höhlenbrütende Vögel und Quartiere für Fledermäuse. Entlang dem Waldrand bauten sie zwei Wieselburgen, die dem geschickten Mäusejäger, trockene und vor Feinden geschützte Jugendstuben bieten. Sie schichteten einen Heuhaufen mit unbelastetem Schnittgut, wo die Ringelnatter optimale Voraussetzungen vorfindet, um ab dem kommenden Mai ihre Eier abzulegen. Zusätzlich wird der Verein im November ortstypische Sträucher – u.a. Schwarzdorn, Kornelkirsche, Pfaffenhütchen und Wildrosen pflanzen.
NaturMichelsamt freut sich, die Entwicklung des Naturjuwels im Traselingerwald über die nächsten Jahre zu beobachten und zu begleiten.
Der Verein NaturMichelsamt – gegründet im Frühjahr 2024 – engagiert sich für den Schutz und die Förderungen natürlicher Lebensgrundlagen von Pflanzen, Tieren und Menschen. Für eine lebenswerte Umwelt zwischen Sempacher- und Baldeggersee, in den Gemeinden Beromünster, Hildisrieden und Rickenbach. Wer sich für Natur und Landschaft in der Region interessiert, ist herzlich eingeladen mitzumachen. Sei dies als aktives Vereinsmitglied oder als Sympathisant mit Bezahlen des Jahresbeitrags. Alle Infos unter www.naturmichelsamt.ch.
Text und Bilder: NaturMichelsamt