Artillerieverein auf Reisen
Unterwegs in den zentralen Ostalpen: Der Artillerie-Verein Michelsamt-Beromünster begab sich auf eine zweitägige Reise ins Engadin und ins Silvrettagebiet.
Rund 35 Mitglieder und Angehörige trafen sich am vergangenen Samstagmorgen, um die Vereinsreise mit einem Car der Firma Estermann anzutreten. Über den Hirzel, entlang des Walensees und dann das Prättigau hinauf, erreichten sie Davos. Aufgrund von Regenschauern, welche die durstleidende Vegetation dringend benötigte, wurde die Kaffeepause drinnen abgehalten. Weiter führte die Fahrt über den Flüelapass ins Unterengadin.
Ein Hauch von Spätantike
In der Klausenschenke zu Altfinstermünz wurde den Reisenden ein leckeres Mittagessen serviert. Anschliessend erhielten sie eine Führung durch die mittelalterliche Festung der einstigen Grenzbefestigung und Zollstation. Die örtliche Reiseleiterin erzählte so manches, geschichtsträchtiges Ereignis und einige Anekdoten zur Brücke und dem alten Gemäuer. In der Spätantike war diese Passage Teil der Via Claudia Augusta, der 700 Kilometer langen Römerstrasse, welche als einziger Übergang der Alpen Norditalien mit der Provinz Germanien verband. Auch im Mittelalter wurde diese Alpentransversale genutzt und brachte den Zöllnern mit Anschlussdienstleistungen wie etwa dem Räderwechsel, ein erkleckliches Einkommen. Später schwand die Bedeutung dieser Alpentransversale und die Anlagen zerfielen. Sogar die Kapelle wurde bisweilen als Schafstall zweckentfremdet, bis sich Vereine und das österreichische Kulturamt um die Rettung und die Wiederherstellung bemühten.
Schwebend nach Ischgl
Nach der ausführlichen Besichtigung und einem kurzen Fussmarsch wurde die Reisegruppe ins «Zollfreiparadies Samnaun» gefahren, wo die Hotelzimmer bezogen werden konnten und dann ein vortreffliches Abendessen serviert wurde. Natürlich durfte eine ausgiebige Shopping-Tour durch das Dorf auch nicht fehlen.
Gestärkt vom reichhaltigen Frühstücksbuffet erklommen Artillerie-Reisenden am Sonntagmorgen per Kabinenbahn, und teilweise ein Stück weit zu Fuss, den Flimsattel, wo es ein prächtiges Alpenpanorama zu bewundern gab. Mit einer modernen Seilbahn schwebte die Reisegruppe auf der anderen Seite zum berühmten Ferienort Ischgl hinab. Dort stand bereits der Car bereit, um die Fahrt über die Silvretta-Hochalpenstrasse unter die Räder zu nehmen.
Auf der Bielerhöhe wurde Mittagsrast eingelegt. Auch konnte der imposante Ausblick auf den Silvretta-Stausee und den Piz Buin bei herrlichem Sonnenschein genossen werden. Weiter führte die Fahrt über unzählige Serpentinen steil hinab ins vorarlbergische Montafon. Etwas müde, aber mit vielen schönen Eindrücken erreichten die Reisenden schliesslich wieder das Michelsamt. Besonderen Dank geht an Susanne Dommen und Lukas Suter für die perfekte Organisation, sowie dem Chauffeur Franz Suter für die sichere Fahrt.
Text: Franjo Schöpfer, Bilder: zvg