Angebot «Letzte Hilfe Kurse»: Nahestehende am Lebensende begleiten
Für die meisten Menschen ist die «Erste Hilfe» selbstverständlich. Mit dem kostenfreien Angebot «Letzte Hilfe Kurse» leistet die Reformierte Kirche Kanton Luzern einen Beitrag, wie Nahestehende am Lebensende begleitet werden können.
Die kostenfreien Kurse, welche im ganzen Kanton Luzern vor Ort oder auch digital stattfinden, sind für alle. Dies unabhängig davon, ob jemand Mitglied ist oder nicht. Yvette Estermann ist Kantonsverantwortliche der Letzte Hilfe Kurse und sagt, wer häufig an den sehr gefragten Kursen teilnimmt: «Der Tod betrifft jeden Menschen. Betroffene machen den grössten Teil der Kursteilnehmenden aus. Es sind viele Eheleute, die ihren Partner pflegen oder Söhne und Töchter, deren Eltern im Sterben liegen. Jeder Mensch wird irgendwann in seinem Leben mit dem Tod eines nahestehenden Menschen konfrontiert.»
Praktische Informationen und Austausch
In rund einem halben Tag zeigen die unterschiedlichen Kursleitenden im Tandem die Abläufe und die körperlichen Veränderungen, welche die Sterbenden durchmachen. Es geht dabei um Fragen wie: Kann die sterbende Person mich noch wahrnehmen? Wie lange dauert der Prozess? Welche Medikamente helfen? Der Kurs vermittelt wertvolle praktische Informationen, insbesondere durch den Aufbau und die Systematik der verwendeten PowerPoint-Präsentationen, welche international im Einsatz sind. Die Kursteilnehmenden wirken aktiv mit. Der Kurs lädt zum Austausch ein. Die Anmeldung für die begrenzte Zahl ist unter reflu.ch/letztehilfe.ch möglich.
Umgang mit dem Tod
Im Kurs hat es Platz für Emotionen. Yvette Estermann sagt dazu: «Es gibt berührende Momente, wenn mir Kinder voller Liebe von ihren Eltern erzählen. Aber natürlich auch Momente grosser Traurigkeit. Wir sprechen über ein ernsthaftes Thema, pflegen aber einen lockeren Umgang mit dem Tod: Der Tod ist kein Schreckgespenst, er ist ein Begleiter, dem wir immer wieder begegnen und irgendwann auch selbst einmal erfahren.» Die Reformierte Kirche Kanton Luzern bietet so eine Plattform für Begegnung und den Umgang, wie Nahestehende am Lebensende begleitet und unterstützt werden können. Diese Kurse sind ein gesellschaftlicher Beitrag und zeigen, dass die Begleitung am Lebensende genauso wichtig ist wie die Erste Hilfe.
Text: zvg, Bild: Emanuel Ammon