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Alte Geschichte, neue Sprache, mutige Regie.

Es war von «null Stimmung» die Rede und dass es einfach nicht «soundet». Maria fand ihre Aufgabe «krass». Das Weihnachtsspiel von Hildisrieden wurde von neuen Sprachbildern belebt. Moderne und Tradition im Spannungsfeld, doch am Ende hiess es gewiss: «Heb doch kei Angscht, Maria!»

«Was isch denn das?» Die Hirten haben einen Stern entdeckt.

Am Heiligabend 2024, vor 17 Uhr, strömten sehr viele Menschen in die Hildisrieder Kirche. Alle wollten das beliebte Weihnachtsspiel «Es Liecht i de Nacht» erleben. Die Katechetin Sandra Fausch passte das Werk von Hella Heizmann und Markus Hottiger aus dem Aargauischen Musikhaus Adonia auf die 2. Klasse in Hildisrieden an. Sie holte auch den Kinder- und Bambinichor der Musikschule oberer Sempachersee, unterrichtet von Margrit Leisibach, ins Boot. Sophia Hausheer und Judith Häne betreuten und leiteten den überzeugenden Chor. Mayumi Hasegawa, am Piano, gab den Sängerinnen und Sängern Sicherheit. Die Seelsorgerin Simone Häfliger sorgte für den spirituellen Teil der Feier. An der Orgel spielte Sieglinde Zihlmann ein Stück zum Einzug der Spieler und des Chores und begleitete zwei bekannte Lieder, etwa das traditionelle «Stille Nacht» im Kerzenlicht. Andrea Wyss unterstützte in ihrer versierten Art die Regisseurin und die Schauspieler und Schauspielerinnen.

 Maria und Josef beim Zwiegespräch nach der Verkündigung des Engels Gabriel.


Auseinandersetzungen in der Kinderchorprobe

Die Regisseurin Sandra Fausch-Bärtsch erklärte einleitend, dass das heurige Weihnachtsspiel ungewohnt beginnt: Die Chorleiterin möchte den Kindern unbedingt ein altes, traditionelles Lied, «Alle Jahre wieder» beibringen, aber die Kinder zeigen wenig Begeisterung. Auch die ewig gleiche Weihnachtsgeschichte langweilt sie… sie rebellieren.

«Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, weshalb der Mensch sich immer wieder etwas Neues, Modernes und Spannendes wünscht, während er sich gleichzeitig nach Beständigkeit, nach Tradition, nach Ritualen und nach Ruhe sehnt» sagte die Spielleiterin. «Es ist schwierig in diesem Spannungsfeld ein ansprechendes Krippenspiel zu gestalten. Wir haben versucht, die alte Geschichte stellenweise etwas neuzeitlicher zu präsentieren, auch die Sprache und die immer noch geltenden Inhalte etwas an unsere Zeit anzupassen.»

Im Spiel war von «null Stimmung» die Rede und dass es einfach nicht «soundet». Josef war überfordert und hatte noch keine Zeit zu heiraten; «Ich muss zuerst den ‹Business-Plan›» schreiben, es braucht einfach mehr «Cash-Flow.» Maria findet ihre Aufgabe, die sie vom Engel Gabriel bekommen hat, «krass».

Maria und Josef suchen eine Unterkunft.


Maria vertraut auf Gott und glaubt an seine Hilfe

Die ausgesprochene Unterstützung durch die Dorfbewohner:innen auf der Spielbühne war sehr eindrücklich: «Heb doch kei Angscht, Maria!». Sie spürte, dass sie von den Mitmenschen getragen ist. Das kam ganz besonders zum Ausdruck im kraftvollen Lied «En Engel chunnt vom Himmel», die Strophen wurden solistisch, wirkungsvoll, von Kindern der beiden Chöre gesungen.

Trotz der speziellen Sprache und ihrer Ausdrücke kam die immer noch aktuelle Botschaft dieser Geschichte bei den erwachsenen und bei den jungen Zuschauenden und Zuhörenden gut an: Auch uns begleitet heute eine Angst vor dem Ungewissen. Wie in jener Zeit müssen die Menschen unsichere Situationen aushalten, leben in schwierigen, ungewissen Zeiten. Es braucht Vertrauen auf Gottes Beistand.

Es war überraschend, wie überzeugend die Kinder spielten und sangen. Allen Beteiligten gebührt ein grosses Kompliment. 

Der unterstützende Chor, Kinder aus dem Bambini- und dem Kinderchor der Musikschule.
Die Gruppe der Beteiligten an der Aufführung.
Die Spieler:innen, Sänger:innen und Betreuer:innen beim gemeinsamen Gebet «Vater unser».
Der Engel bei der überraschten Maria.

Emil Barmet




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