Achtung Hinhorchen: Schwarze Kunst und ein schwitzendes Mammut
Der Beromünster-Radioweg lockt erneut: In Form von sieben Freiluft-Hörstationen entlang des Wanderweges vom Flecken Beromünster hinauf zum Sendeturm bietet er ab dem 7. Mai zwei neue Hörgeschichten. Eine Geschichte mit dem Titel «Das schwitzende Mammut» wurde speziell für Kinder und Jugendliche gemacht und behandelt Themen wie Eiszeiten, Klimawandel und Artenvielfalt. Die andere Geschichte «Schwarze Kunst in Beromünster» erzählt vom ersten datierten Buchdruck der Schweiz, der 1470 in Beromünster stattfand. Das dritte, bereits bestehende Hörspiel «Töne vom Wegrand der Geschichte», erzählt von 77 Jahren Radiogeschichte.
(pd) Die Besucher:innen können an den roten Stationen selber wählen, welcher der drei Hörgeschichten sie folgen möchten. Die siebenteiligen Hörspiele wurden vom «Verein Beromünster-Radioweg» in Zusammenarbeit mit den Initianten und Ausstellungsmachern von DNS-Transport Zug konzipiert und umgesetzt.
«Eine Hörgeschichte speziell für Kinder und Jugendliche stand schon lange auf unserer Wunschliste», meint Ueli Kleeb, Projektleiter des Radiowegs. Möglich wurde dies mit der vor einem Jahr eingeführten technischen Neuerung, dass die Besucher zwischen drei verschiedenen Hörspielen selber wählen können. «Wichtig für die Umsetzung eines solchen Projektes ist auch die positive Bereitschaft der Behörden und der Bevölkerung, die wir in Bezug auf den Radioweg seit Jahren spüren.» Vereinspräsident Erwin Herzog ergänzt: «Der Radioweg ist für Beromünster eine echte Bereicherung. Und die Besucherzahlen haben seit letztem Jahr nochmals deutlich zugenommen.» Dankbar ist der Verein besonders für die finanzielle Unterstützung von namhaften Stiftungen, vom Kanton und von den Gemeinden sowie von Firmensponsoren und Privaten. Mit den Beiträgen konnten zwei neue Hörgeschichten mit Wissenschaftsjournalisten und professionellen Hörspielmachern realisiert werden, wobei auch Kinder als Schauspieler und Sprecher zum Einsatz kamen.
Das schwitzende Mammut
Ein grottenlangweiliger Sonntagsspaziergang wird zum atemberaubenden Steinzeitabenteuer. Die beiden Kinder Lea und Tim sollen beim ätzenden Naturkunde-Podcast ihres studierten Vaters mithelfen. Öder geht es nicht. Da erscheint aus dem Nichts plötzlich ein junges Mammut – mit Fell, Rüssel und vor allem mit einem unglaublich grossen Appetit! Nachdem es neben dem Rucksackinhalt auch die Mütze des Vaters verdrückt hat, ist der Teufel los. Auf der Suche nach Mamma Mammut lernen die Kinder trotzdem allerhand über Eiszeiten, Klimawandel, Artenwanderungen, den Wert von Bäumen als natürliche Klimaanlagen und die Biologie von Mammuts. Dabei sehen sie per Fernrohr die Fundstelle eines Mammut-Backenzahns und verstehen, warum diesen Tieren Kälte nichts anhaben konnte. Auf der Strasse finden sie schliesslich die Spuren der Mammut-Herde und auf dem Gipfel des Blosenbergs tauchen sie vollends ein in die urzeitliche Welt vor 20’000 Jahren. Diese Hörgeschichte für Kinder und Jugendliche wurde umgesetzt von Wissenschaftsjournalist und Globi-Autor Atlant Bieri, Regie führte Hörspielmacher Buschi Luginbühl, die musikalische Umrahmung mit Spezialeffekten besorgte der Flötist Matthias Ziegler.
Schwarze Kunst in Beromünster
Schon im späten Mittelalter gehörte Beromünster während einiger Jahre zur Weltspitze einer neuen Technologie: Mitten im Flecken wurden nämlich Bücher gedruckt, nur wenige Jahre nach Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg in Mainz. Das Hörstück erzählt die Geschichte des Chorherren Helias Helye, der sich trotz Vorbehalten der Kirche und des Luzerner Patriziertums aufmachte, eine Druckerstube aufzubauen. Und tatsächlich: Im Jahr 1470 lag das erste gedruckte Buch der Schweiz vor, das mit einem Datum versehen war: der sogenannte «Mammotrectus», ein Buch in lateinischer Sprache, das eine Erklärhilfe zur Bibel bot. Der findige Helias Helye beliess es jedoch nicht bei geistlicher Literatur, sondern druckte wenige Zeit später gar ein astronomisches Sachbuch zum Wesen von Kometen. Helyes erstaunliche Geschichte, die Widerstände, die er zu überwinden hatte und seine Errungenschaften werden in szenischen Dialogen zum Leben erweckt – und führen zu Fragen, die auch heute noch aktuell sind. Realisiert wurde diese Hörgeschichte von Wissenschaftsjournalist Mark Livingston, Regie führte Romana Costa, für die Musik zuständig war Fatima Dunn.
Eröffnung der neuen Hörgeschichten am 7. Mai
Ab Samstag, 7. Mai, 10.00 Uhr, sind die neuen Hörgeschichten beim Beromünster-Radioweg in Betrieb. Weitere Informationen erhalten Sie über www.beromuenster-radioweg.ch.