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Achtung, fertig... Abschlussarbeit!

In dieser und in der Vorwoche war es wieder soweit: Die Schulabgänger:innen präsentierten ihre Abschlussarbeiten. Hier gibts spannende Einblicke nach Rickenbach und Beromünster.

Die Schülerinnen und Schüler von Beromünster präsentierten stolz ihre Arbeiten am vergangenen Dienstag.


(kho) Am vergangenen Montag präsentierten die Abschlussklassen der Sek Beromünster ihre Abschlussarbeiten.  Jede Schülerin und jeder Schüler hatte sich minuziös darauf vorbereitet und konnte nun zeigen, was er oder sie sich ausgedacht hatte, wie er es angegangen war und vieles mehr. Es wurde ein spannender Tag voller Abwechslung und durchs Band guter Leistungen.

Jael Schmid präsentiert das von ihr entwickelte Monopoly in der Beromünster Edition. 


Die Schwestern Andrea Bucher und Daniela Bucher, die den Projektunterricht leitet, sowie Urs Berset hatten sich in zwei Schulzimmern installiert und begrüssten die Schulabgänger, die in fünf bis acht Minuten die Essenz ihrer Arbeiten rüberbringen mussten. Andrea und Daniela Bucher sind selber unter anderem auch bei Führungen im Dolderhaus engagiert und kennen sich demzufolge mit Rhetorik sehr gut aus. Alle Schüler:innen hatten bereits eine Übungspräsentation hinter sich und bekamen darauf Feedback und Verbesserungspotenzial mitgeteilt, während es nun bei der benoteten Präsentation keine inhaltliche Rückmeldung gab. Die drei Lehrer trugen ihre Feststellungen für die Notenfestsetzung in einen Beurteilungsbogen ein, um ihren Schüler:innen gerecht zu werden. Eine und einer nach dem anderen kam dran, und es war bemerkenswert, wie selbstverständlich, selbstbewusst und selbstsicher sie dies taten. War es vor 40 Jahren noch oft so, dass jemand ob der bevorstehenden Präsentation in Ohnmacht fiel, Schweissausbrüche hatte oder ins Stottern geriet oder mit dem damaligen Hightechgerät Hellraumprojektor nicht zu Gange kam, passierte heute nichts Peinliches dergleichen. Einzig die Übergänge zwischen den Präsentationen waren etwas länger als früher, weil sich fast jeder mit seinem eigenen Notebook einrichten musste, was nicht immer reibungslos klappte. Bei vielen Vorträgen der Schüler, die in Vierergruppen nacheinander antraten, waren bis zu 20 interessierte Zuhörer anwesend, was das grosse Interesse der Eltern am Schulbetrieb zeigt, die wohl oftmals nervöser waren als ihre Schützlinge. Einzelne sagten nach der Präsentation, dass sie schlecht geschlafen hätten oder nervös gewesen seien – gemerkt hätte man dies jedoch nicht.  Bestimmt gab es einige Maximalnoten, so gut kamen die Präsentationen rüber. Kritisch könnte man einzig anmerken, dass Einzelne es vor allem zu Beginn und am Schluss des Vortrags an Präsenz und Leidenschaft mangeln liessen und dass der Aufbau der Vorträge bei vielen etwas einförmig war, was aber wohl der Übungsanlage geschuldet ist. Der sprachliche Ausdruck in Hochdeutsch und der Einsatz waren bei allen gut bis sehr gut. Viele hatten 100 und mehr Stunden für ihre Arbeiten aufgewendet, und dies neben dem regulären Schulstoff. Die Bandbreite der Themen war sehr gross und reichte vom Monopoly in einer Beromünster Edition und der Forschungsarbeit über Tetra- und Paraplegie über die Erstellung einer 2D-Animation, der Entwicklung eines Heilkräuter-Rezeptbuchs und eines Fotografiebuchs und die Konstruktion von drei Boulderrouten bis zum Bau eines Betonbrunnens. Bei vielen wies die Themenwahl schon etwas in Richtung der Berufswahl. Erfreulicherweise haben alle Schüler schon eine Anschlusslösung nach der obligatorischen Schulzeit. Besonders originell und exemplarisch für viele starke, eigenständige Projekte die Idee von Jana Stocker: Sie entwickelte und schneiderte für ihre zwei Ziegen je einen Regenmantel und hoffte deshalb am Tag der Abschlussarbeit auf Regen, damit sie ihren Ziegen die Regenmäntel anziehen kann. Ihr Wunsch ging in Erfüllung... Urs Berset sagte gegenüber dem «Michelsämter», dass er schon einige Rückmeldungen von Lehrmeistern erhalten habe, dass die neuen Lernenden dank der langen Tradition der Abschlussarbeiten und Abschlusspräsentationen dadurch wichtige Skills für die Wirtschaft mitbringen und in der Lehre darauf aufbauen können.  


Ein Regenschutz für die zwei Geissen – Jana Stocker in ihrem Element.


Anika Frey hat ein Heilkräuter-Rezeptbuch entwickelt und will Drogistin werden.


Diana Martini mit ihrem selber designten und gebauten Liegestuhl.


Rahel Kaufmann hat ein Backbuch entwickelt, das wunderschön gestaltet ist, wie auch die Präsentation.


Jetzt hat auch Beromünster eine edle Monopoly-Edition.


Tim Birrer hat das 96-seitige Fotografiebuch «Blickwinkel» geschrieben und gestaltet.
Sina Husy hat 110 Stunden aufgewendet für ihre Arbeit zur Brandmalerei.

Text und Bilder: Karl Heinz Odermatt     


Ein Rundgang durch die Ausstellung in Beromünster

(uke) Die Ausstellung am Dienstagabend in den Räumen der Schule Beromünster war sehr gut besucht. Die Freude bei den Jugendlichen wie auch den Besuchern war sicht- und spürbar. Stolz auf das Geschaffene durften alle sein. Wer nicht selber vor Ort sein konnte, kann hier einen virtuellen Rundgang machen.


Verschieden, einzigartig und persönlich: Projektarbeiten in Rickenbach

Die persönliche Projektarbeit ist ein fester Bestandteil des letzten Schuljahres der Sekundarschüler:innen. Seit Monaten wurde darauf hingearbeitet, Mitte Mai wurden sie präsentiert und benotet. Ein weiterer Meilenstein ist gelegt auf dem Endspurt vor dem definitiven Schulschluss.

von links: Leonie Frank, Ailin Häfeli, Alina Lustenberger, Jessica Tunprenkaj, Sandro Koch und Finn Meier.



(uke) Walter Hüsler war drei Jahre lang Klassenlehrer der 9 A in Rickenbach. Er hat die Jugendlichen auf dem Weg zur Realisierung ihrer Abschlussarbeiten begleitet und er zeigt sich hoch erfreut über die Resultate: «Es sind echte Projektarbeiten! Sie sind alle ganz verschieden.» In diesem Jahr seien sehr persönliche Arbeiten entstanden, einzigartige, keine Standard-Abschlusswerke, wie man sie sonst kennt. Das Ausprobieren von Neuem sei wichtig gewesen, und dies sei in diesem Jahrgang sehr gut herausgekommen. Etwas Neues zu wagen sei eben viel wichtiger als ein perfektes Resultat hinzulegen, sagt der erfahrene Sekundarlehrer. Da wollen wir doch gleich mal etwas genauer hinschauen. Sechs Jugendliche aus der Abschlussklasse 9A und 9 B in Rickenbach geben Auskunft über ihre Arbeiten, was ihnen dabei Spass machte und was für sie etwas schwieriger war.

Buch über menschliche Organe und Herz-Graffiti

Leonie Frank wird im Sommer die Lehre als FaGe beginnen. Als Abschlussarbeit gestaltete sie ein Buch mit den wichtigsten menschlichen Organen. «Die Bilder zu zeichnen und illustrieren machte mega Spass!», sagt sie. Schwierig seien die Finessen und Details gewesen. Zeitdruck? Nein, so etwas kannte sie nicht.

Ailin Häfeli wird nach der Schule für einen Sprachaufenthalt nach Malta reisen. Sie gestaltete ihr persönliches Graffiti auf Leinwand und konnte dabei in eine neue Form von Kreativität eintauchen. Denn gemalt hat sie schon immer gerne. Schwierig seis nicht gewesen, nur die Farben, die hätten sich nicht immer so verhalten wie sie wünschte. Die Dokumentation hat sie Schritt für Schritt gemacht, also auch da kein Terminproblem.

Selbststudie zum Lauftraining und Erbstück als Schminktisch 

Alina Lustenberger produzierte kein Werk, sondern machte eine Studie. Die begeisterte junge Leichtathletin absolvierte ein gezieltes Lauf- und Ganzkörpertraining. Einmal die Woche wurde dann ihre Laufzeit gemessen: Konnte sie sich verbessern? «Es machte Spass zu sehen, dass ich schneller wurde!», erzählt sie. Die Schwierigkeit der Arbeit war, dass sie während deren Verlauf auf einmal den Trainingsplan umstellen musste von Joggen auf Lauftraining. Termindruck? Auch bei ihr kein Thema. Im Herbst beginnt sie die Fachmittelschule.

Jessica Tunprenkaj startet diesen Sommer ins KV. Ihre Abschlussarbeit verbindet Vergangenheit mit Gegenwart. Ihre Urgrossmutter hatte ihr zum Abschied eine alte Kommode geschenkt und sie wollte diese umfunktionieren zu etwas, das sie gebrauchen kann: Einem Schminktisch. Vergrössern, schleifen, bemalen, Spiegel und Lampe drauf: Fertig! Besonders Spass machte ihr das Gestalterische. Das mit der richtigen Anwendung der Farbe wurde auch zur Schwierigkeit und das Timing... sie hatte viel zu spät begonnen. Halt aufgeschoben, die Arbeit. Aber schliesslich Ende gut, alles gut und abgegeben zur rechten Zeit. 

Selbst gebaut: Hoftafel aus Holz und eigener Computer

Sandro Koch wird Landwirt. Es musste was aus Holz sein. Für den elterlichen Bauernbetrieb stellte er eine Hoftafel her mit Rundumkonstruktion. Ja, der Holzzuschnitt sei schon etwas schwierig gewesen, so dass alles passte... aber etwas aus Holz, das machte halt Spass! Ja, er sei schon «echli hendedrii» gewesen, gegen Schluss habe er es dann gemerkt. Also musste er «Gas geben», damit es noch rechtzeitig reichte für die Abgabe.

Finn Meier beginnt im Sommer die Lehre als Polymech. Er hat einen eigenen Computer gebaut. Wie das geht? Man schaut, welche Teile man braucht, bestellt sie und baut sie zusammen. Gehäuse, Grafikkarte, Prozesor... Er funktioniert. Und das Ziel, dass das Landwirtschaftssimulator-Game darauf gespielt werden kann, wurde auch erreicht. «Schrüübele und so» machte ihm besonders Spass. Projektjournal? «Äh... nicht so gern. Aber musste halt auch sein.»

Text und Bild: Ursula Koch-Egli


Und hier noch ein Rundgang durch die Rickenbacher Ausstellung. Viel Vergnügen!   





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