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Abschaffung der Heiratsstrafe ist überfällig

Endlich liegt ein konkreter Vorschlag zur Abschaffung der ungerechten steuerlich bedingten Heiratsstrafe, welche das Bundesgericht bereits im Jahre 1984 als verfassungswidrig bezeichnete, auf dem Tisch. Umso unverständlicher ist es, dass ausgerechnet die Mitte, welche sich selbst als Familienpartei bezeichnet, sich dagegenstellt, dies offensichtlich nur, weil der Vorschlag nicht aus der eigenen Küche stammt. Ich danke der Luzerner Finanzdirektorin Franziska Bitzi sehr für ihre ausgezeichneten Ausführungen in der LZ vom 16. Januar 2026. Als versierte Finanzpolitikerin der Mitte weiss sie, wovon sie spricht, und sie sagt sogar, dass das heutige Steuersystem mit der Vorlage vereinfacht wird. Ich hoffe sehr, dass sie ihre Partei zur Vernunft bringen und vom vorliegenden Vorschlag überzeugen kann. Die Steuergerechtigkeit wird mit der heutigen, völlig veralteten Praxis mit Füssen getreten und bevorteilt Konkubinatspaare gegenüber verheirateten Paaren. Sie entspricht auch längst nicht mehr der gesellschaftlichen Realität. Dass das Familienbild der SVP noch immer davon ausgeht, dass die Frau am Herd steht und über kein eigenes Einkommen verfügt, überrascht kaum jemanden. Ich rufe insbesondere die junge und im erwerbstätigen Alter stehende Generation dazu auf, die Weichen richtig zu stellen und der individuellen Besteuerung und damit einer echten Steuergerechtigkeit am 8. März zuzustimmen. Eine für unsere Gesellschaft so wichtige Vorlage darf nicht einem unnötigen Parteigeplänkel zum Opfer fallen.

Beat Ineichen, a. Grossrat, Neudorf




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