80er-Perlen – eine schöner als die andere
Unweigerlich wurde man am vergangenen Freitag- und Samstagabend im abgedimmten und leicht stickigen Dachstock des Stiftstheaters reingezogen von den Perlen der 80er Jahre – eine schöner als die andere. Das Publikum mehrheitlich von jener Generation, welche die Songs in wilden Jugendzeiten noch ab Schallplatte konsumierte und in Pfarreiheim-Discos dazu ausflippte – konnte auch diesmal mit Fortschreiten des Chorkonzerts im kompakt gedrängten Raum nicht mehr ganz stillhalten und liess sich mittreiben von einer Woge Gesang, Beat und Drums der Marken Queen, Eurythmics, Madonna und Co. Ach, was war man da sofort wieder jung!
Zeitlos gute Musik zeigt sich daran, dass Menschen sie interpretieren können, die noch nicht mal geboren waren, als sie entstand. So auch der Vidas-Chor. «Wir waren Kinder oder noch nicht einmal auf der Welt, als diese Welthits entstanden», erklärte die Ansagerin charmant, «und wir massen uns nicht an, an deren Niveau heranzukommen, aber wir lieben diese Songs und singen sie mit Leidenschaft!» So war es auch. Mit ansteckend sprühender und rockiger Leidenschaft, mit bunten Lycra-Leggings, glitzernden Tops, pinken Make-ups, fliegenden Haarmähnen und einer satten Prise Sexappeal brachten die Chorsängerinnen den Groove der 80er wohlklingend und abgestimmt hinüber. Dass die Sache auf solider Basis gründete, hörte man vom ersten Takt an: Professionell die musikalische Leitung von Regina Lötscher und Stefanie Erni, wie auch die Begleitung der Band (Roman Naef, Schlagzeug; Florestan Berset, Gitarre; Antonin Boinay, Piano).
Die Nachfrage nach Eighties-Groove war in Beromünster so gross, dass neben den zwei geplanten Abendkonzerten und einem Kinderkonzert kurzfristig noch ein Late-Night-Zusatzkonzert eingebaut wurde. «We will rock you!» ertönte es sinngemäss, viermal drehten die Bassgitarren auf und liessen Sweet dreams, Radio Ga Ga und Manic Monday aufleben... eine wahre Freude – für Chor und für Publikum. Mitsingen und Tanzen war nicht nur erlaubt, sondern erwünscht. Warm an diesen zwei heissen Sommerabenden wurde es unter dem Dach, etwas eng und stickig auch – gerade recht für ein angemessenes Achtziger-Feeling und vielleicht gar nicht so weit weg vom damaligen Pfarreiheim-Groove. Who wants to live forever? Time after time – jedermann konnte einen Abend lang ein wenig im Glauben verweilen, es stimme halt schon: The show must go on...
Text und Bilder: Ursula Koch-Egli