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504. Auffahrtsumritt Sempach/Hildisrieden: All inclusive – Alle gehören dazu

Am 9. Mai 2024 fand der 504. Auffahrtsumritt innerhalb der Grenzen von Sempach, Hildisrieden und Neuenkirch statt. 

Erich Hausheer segnet Pferde, Reiter:innen und Fussgänger.


Vor neun Uhr zogen rund 70 berittene Pferde und viel Fussvolk auf den Löwen-/Kirchenplatz ein. Mit dabei waren die Kirchenräte von Sempach und Hildisrieden sowie die Auffahrtsmusik Sempach zu Pferd. Die Seelsorger Franz Zemp, Sempach, Erich Hausheer und die Festpredigerin Fabienne Eichmann, Leiterin der Behindertenseelsorge des Kantons Luzern, ritten mit.

Festgottesdienst in der Pfarrkirche Hildisrieden

Stephan Dettwilers Eröffnungsorgelspiel dauerte ein bisschen länger bis die Liturgiegruppe zur Feier bereit war. Dazu gesellten sich im Chorraum noch der Priester im Pastoralraum Oberer Sempachersee, Thomas Sidler, und der emeritierte Pfarrer von Sempach, der sehr gerne, wenn auch «nur» hospitierend, an dieser Eucharistie teilnahm.

«El cielo canta alegria» (Der Himmel singt vor Freude) tönte es von der Empore herab. Dieses Lied passte natürlich bestens zum Fest von Jesu Heimgang in den zeitlosen Zustand, bei den Christen Himmel genannt. Werner Bucher leitete ad hoc den Kirchenchor Hildisrieden.

Die eindrückliche Predigt von Fabienne Eichmann

Fabienne Eichmann hat auf dem dritten Bildungsweg Theologie studiert. Die 45-Jährige absolvierte erst die Handelsmittelschule und war im Verwaltungsbereich tätig, ehe sie sich zur Religionspädagogin und Jugendarbeiterin ausbilden liess und schliesslich auf dem dritten Bildungsweg Theologie studierte. Nun leitet sie die Behindertenseelsorge der katholischen Kirche im Kanton Luzern.

Fabienne Eichmann hat zu diesem Gottesdienst eine Gruppe mit gehörlosen oder hörbehinderten Mitmenschen mitgenommen sowie ihre Kollegin, Gebärdensprachdolmetscherin Agnes Zwyssig, Katechetin in Neuenkirch/Hellbühl, eingeladen, ihre Botschaft auch an die beeinträchtigten Menschen in unserer Gesellschaft mitzuteilen. «Ihr seid wertvoll und gehört zu uns», sagte sie.

Wieso dann ausgerechnet dieses Motto für den 504. Auffahrtsumritt, war eine Frage. «Genau darum! Weil es herausfordert und passt. Himmelfahrt feiern und unter sich bleiben – das schliesst sich aus. Zugehörigkeit Himmel ist «all inclusive» – für alle offen. Jede und jeder gehört dazu! Auf diesem Hintergrund sind für mich Behinderungen und der Umgang damit etwas, das uns alle angeht. Nicht nur die statistisch erfassten 1,7 Millionen Menschen mit Beeinträchtigungen in der Schweiz. Das Leben ist keine unzugängliche Einbahnstrasse, sondern eine Himmelfahrt. Wir alle sind miteinander auf dem Weg im gemeinsamen Glauben an den Gott, der uns alle liebt.»

Den zahlreich Anwesenden wurde bewusst, dass katholisch eigentlich allumfassend, also «all inclusive», bedeutet. Die katholische Kirche wirkt viel, aber es hat noch Luft nach oben, «es git no e Huuffe z'tue». Der Kirchenchor ergänzte den besinnlich festlichen Rahmen mit dem gesungenen Gebet unseres Heiligen vom Ranft «Mein Herr und mein Gott» und «Singet Gott mit frohem Schall» aus dem Oratorium «Saul» von G. F. Händel.

Agnes Zwyssig übersetzte auch die Musik für die Gehörlosen. Den musikalischen Anteil, die Botschaft, den Inhalt und den Musikstil mit Gesten, Körperhaltung und Mimik zu vermitteln, ist nochmals anspruchsvoller als das gesprochene Wort.

Um 12 Uhr vor dem Abritt nach Sempach spendete Erich Hausheer den Segen für die Pferde und ihre Reiter sowie allen Anwesenden für den weiteren Tages- und Lebensweg.


Ankunft der «Uffert»-Crew in Hildisrieden.

Die Liturgen v.l. Franz Zemp, Pfarreileiter Sempach, Erich Hausheer, Pfarreileiter Hildisrieden, Fabienne Eichmann, Festpredigerin.


Agnes Zwyssig übersetzt die Predigt von Fabienne Eichmann in Gebärdensprache.



 Die sonst berittene Auffahrtsmusik Sempach gibt ein Ständli.

Das gut gelaunte Liturgentrio präsentiert sich den Anwesenden.


Text und Bilder: Emil Barmet




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