30 Jahre Michelsämter Musikanten: Frühschoppenkonzert begeistert die Fangemeinde (mit Bildergalerie)
Sie feiern dieses Jahr ihr 30-Jahr- Jubiläum: die Michelsämter Musikanten. Schon am Freitagabend begeisterten sie fast 200 Leute im Restaurant Schlacht Sempach. Am Sonntagmorgen, am traditionsreichen Frühschoppenkonzert, waren es noch etwas mehr. Sandra Boog moderierte, und die Michelsämter Musikanten lieferten voll ab: ein abwechslungsreiches, beseeltes Konzert.
Sie versprechen «Blasmusik vom Feinsten», und das halten sie natürlich auch. Sie haben ihre weissen Hemden gegen schmucke hellblaue eingetauscht, die sie gesponsert erhielten. «Die Gilets haben sich mehr und mehr an die Körperkulturen angepasst. Nach der chemischen Reinigung gingen manchmal die Knöpfe nicht mehr zu. Keine Ahnung, was die dort jeweils ‹fuuschten›, ganz mysteriös...», witzelte Präsident Marcel Jurt in seiner launigen Rede.
Marsch, Polka, Walzer und Gesang wechselten sich gekonnt ab, dazu kam mit «Folk Pop Selection II» von ihrem 20-Jahr-Jubiläum 2014, das auch auf Youtube genossen werden kann, ein modernes Stück, in dem etwa der Minstrels-Klassiker «Grüezi wohl Frau Stirnimaa!» von 1970 zum Mitsingen und Mitschaukeln anregte. Ebenfalls modern und wunderbar arrangiert war das schmissige «Just A Gigolo (I Ain't Nobody)» von 1956, das in der Version des ehemaligen Van Halen-Sängers David Lee Roth 1985 durch die Decke ging und heute noch in den Ohren ist, auch das ulkige Video auf Youtube lohnt sich alleweil.
Weitere Lieder waren vorwiegend im Böhmisch-Mährischen angesiedelt und hiessen: Schwarz Sächs, Späte Liebe, Sommernacht in Prag, Südböhmische Polka, Ratiskovska Polka, Dem Land Tirol die Treue, Dorfglockenwalzer, Polka mit Herz, En urchige Muotitaler, Böhmische Liebe und Die fidelen Sechziger.
Kuscheln erlaubt, alles andere zu Hause...
Sandra Boog moderierte locker mit kurzen, aber träfen Ansagen. Die Kuschelpolka, die dann doch recht schmissig rüberkam, sagte sie an mit: «Kuscheln ist ausdrücklich erlaubt, alles andere wird dann daheim gemacht...» Sie war dann fast etwas enttäuscht, dass nicht wirklich gekuschelt wurde morgens um 10.30 Uhr... Doch mancher gönnte sich schon ein Glas Wein, was die Michelsämter Musikanten dann auch aufnahmen mit der Zugabe «Ein Prost mit harmonischen Klängen». Das Lied hat Emil Rameis 1962 geschrieben und funktioniert auch heute noch hervorragend, dass alle sich zuprosten können, was Musikanten und ihnen zugewandte Orte immer gerne machen...
Im Jahre 1994 hatten die beiden ehemaligen Präsidenten der Musikgesellschaften Gunzwil und Beromünster die Idee, eine Blaskapelle zu gründen. Hans Kramis und Alois Galliker suchten per Zeitungsinserat Mitglieder, um eine solche Formation zusammenzustellen. Die positiven Rückmeldungen blieben nicht aus. Schnell war der passende Name «Michelsämter Musikanten» aus der Taufe gehoben und schon wurde eifrig geprobt. Noch heute sind vier Gründungsmitglieder aktiv: Josef Muff, Hanspeter Wechsler, Walo Köpfli und Werner Rogger. Hubert Felder ist der Dirigent. Er ist der Bruder von Nationalrätin Priska Wismer, die beim letztjährigen Frühschoppenkonzert einen Gesangsauftritt hatte.
Sie spielen bis zu drei Instrumente
Kurt Räber war 14 Jahre Präsident, er spielt gleich drei Instrumente: Klarinette, Saxophon und Schwyzerörgeli. Er erinnert sich an die erste Michelsämter-Musikreise als er unterwegs neue Schuhe kaufen musste. Hatte er doch die braunen, statt die schwarzen mitgenommen. Heute ist Marcel Jurt der Präsident. Alle 18 Musikanten sind völlig unkompliziert und strahlen sehr viel Freude aus. Josef Muff ist Bariton, 82 Jahre alt und übt noch täglich. Hansruedi Muff spielt Klarinette und Saxophon. Er ist für den Webauftritt zuständig. Die Homepage ist aktuell, man kann auf die Musiker draufklicken, um zusätzliche Informationen zu erhalten. Richtig modern eben.
Sandra Boog sagt auf die Frage nach ihrem Bezug zu den Michelsämter Musikanten: «Ich habe ein Jahr an der Bassposaune ausgeholfen und kenne die Michelsämter Musikanten bestens. Deshalb habe ich gerne zugesagt für die Moderation dieses Anlasses.»
Als Zugaben folgten gleich zwei Stücke dank dem grossen Applaus: Die «Wachtelpolka/Musik ist unsere Welt» und «Böhmischer Traum».
Im Hinblick auf den Jubiläumsanlass vom 19. Oktober in der Lindenhalle Gunzwil studieren sie auch neue Stücke ein. Man darf sich darauf schon jetzt freuen. Zuerst geht es vom 7. bis 10. Juni jedoch noch auf Jubiläumsreise mit Estermann Reisen ins Südtirol, diese ist bereits ausgebucht.
Weitere Informationen und Auftritte: https://www.michelsaemter.ch
Text und Bilder: Karl Heinz Odermatt