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«2121» – eine mögliche Zukunft? Das Musical.

Am 24. März startet der Vorverkauf für das Musical «2121» der Kantonsschule Beromünster. Welche Überlegungen stecken hinter der Handlung des Stücks? Matthias Gaiser erzählt.

Mara (Mara Müller) lässt sich von ihrem Androiden Rob (Lionel Stocker) nicht sagen, wie sie sich zu fühlen hat.

Was stellen Sie sich vor, wenn Sie das Wort «Musical» hören? Die meisten Menschen werden an eingängige Musik und eine unterhaltsame Handlung denken – und beides gehört zweifellos dazu. Was ein Musical aber keineswegs sein muss, ist harmlos: Viele Klassiker des Genres wie «West Side Story» oder «Jesus Christ Superstar» greifen schwerwiegende Themen auf – und so ist es auch bei «2121».

Die Vorgeschichte des Handlung setzt im Jahr 2050 ein

Der Menschheit ist es nicht gelungen, ihr Verhalten rechtzeitig so zu ändern, dass ein katastrophales Kippen des Klimas verhindert werden kann. Die Oberfläche der Erde wird auf absehbare Zeit praktisch unbewohnbar sein. In ihrer Hilflosigkeit delegiert die Menschheit die Verantwortung für ihr eigenes Überleben an super-intelligente Maschinen. Dumm nur, dass die Verantwortlichen es versäumen, den KIs Menschenfreundlichkeit einzupflanzen …

Wie es den Menschen in den von diesen Master-KIs kontrollierten Schutzkuppeln ergeht und wie die unausweichliche Konfrontation zwischen Menschen und Maschinen ausgeht, erfahren Sie, wenn Sie sich «2121» auf der Bühne ansehen.

Viele der verwendeten Konzepte sind weder neu noch einzigartig. KI selbst hat eine lange Geschichte: Der erste Chatbot, ELIZA, auf den in «2121» angespielt wird, wurde 1966 entwickelt. Zu Beginn der Arbeiten im Jahr 2019 war allerdings nicht abzusehen, wie präsent das Thema heute sein würde. Auch die Idee, dass Maschinen in der einen oder anderen Form die Herrschaft übernehmen könnten, ist schon mehrfach verarbeitet worden («Matrix», «I Robot» u. a. m.).


Würden Sie diesem Androiden seine guten Absichten abnehmen? 

(Bild erstellt mit Dall-E von OpenAI am 16. März 2025)

Die Planung und die Pandemie

Die Kernideen entstanden vor der Pandemie. Der Titel verrät, wann die Aufführung ursprünglich geplant war: 2021. Allerdings haben die Erfahrungen der Jahre 2020 und 2021 manchen Motiven eine zusätzliche Dringlichkeit verliehen: Wir alle wissen nun, was Isolation, Vereinzelung und Einsamkeit anrichten können. Wir kennen den Konflikt zwischen Eigenverantwortung und Eigenständigkeit. Wir haben lernen müssen, dass Konformität und Disziplin nötig erscheinen können, aber keineswegs zufrieden machen – und nie die Bedeutsamkeit eigener Entscheidungen und Überzeugungen erreichen können. Vor allem aber hat sich gezeigt, dass Menschlichkeit, Nähe und Miteinander durch nichts zu ersetzen sind.

In «2121» versuchen wir, all dem eine Bühne zu geben – und den Menschen am Ende eine neue Chance. Urteilen Sie selbst, wie gut uns das gelingt. Wir freuen uns auf eine volle Tribüne!




Matthias Gaiser ist Lehrperson an der KSB und Mitorganisator des Musicals «2121». Er berichtet regelmässig über die Entstehung und den Probenverlauf des umfangreichen Gesamtwerkes, welches vom 9. bis am 11. Mai in der Chärnshalle Rothenburg über die Bühne geht.






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