122. GV der Raiffeisenbank Beromünster: Ein gesellschaftliches Ereignis ersten Ranges (mit Bildergalerie)
Die 122. GV der ältesten Raiffeisenbank im Kanton Luzern, der Raiffeisen Beromünster, die in der Stadthalle Sursee stattfand, war mit 884 Teilnehmenden ein voller Erfolg. Claudia Wüest aus Gunzwil wurde für Franz Zimmermann neu in den VR gewählt und die Statutenrevision angenommen. Heinz und Werni – oder Christian Gysi und Bruno Maurer als Pasta del Amore begeisterten die ganze Halle mit ihrem Auftritt.
Generalversammlungen von Regionalbanken sind traditionell gesellschaftliche Highlights. Man besucht sie natürlich, um vom guten Geschäft «seiner» Bank zu hören, aber ebenso sehr, um gut zu essen und sich mit Bekannten zu unterhalten, die man mindestens einmal im Jahr, an eben dieser Versammlung trifft. So war das auch an der GV der Raiffeisenbank Beromünster in der Stadthalle Sursee. Traditionell durfte man sich auch auf einen Showact freuen, und es versprach lustig zu werden.
Die Genossenschafterinnen und Genossenschafter reisten grösstenteils per Car nach Sursee, was auch innerhalb der Raiffeisen-Familie ein aussergewöhnlicher und sehr geschätzter Service ist. Sie wurden in der Stadthalle von stimmungsvollen Klängen der MG Beromünster empfangen, die während 45 Minuten prächtig unterhielten. 884 Anwesende, also noch etwas mehr als im Vorjahr, durfte der Verwaltungsratspräsident Lukas Herzog schliesslich zur 122. GV begrüssen. Herzog hatte das Präsidium im April 2019 von Vorgänger Alex Pfiffner übernommen. Pfiffner weilte übrigens auch im Saal. Er war 25 Jahre im Verwaltungsrat tätig gewesen, davon 19 Jahre als Verwaltungsratspräsident. «So viel hat sich gegenüber meiner Zeit gar nicht geändert», meinte er gegenüber dem Anzeiger Michelsamt.
Ein echt starker Jahrgang in allen relevanten Geschäftszahlen
Die Traktandenliste war mit mehreren gewichtigen Themen gefüllt, und doch ging der formelle Teil der GV zügig und abwechslungsreich über die Bühne. Der Präsident des Verwaltungsrates, Lukas Herzog, sagte stolz: «Wir blicken wiederum auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Praktisch in allen relevanten Kennzahlen konnten wir uns klar verbessern.» Er informierte kurz über die beiden Bauprojekte in Reinach und am Hauptsitz in Beromünster und die damit verbundenen Herausforderungen.
Es war dann an André Muff, zum erfolgreichen Geschäftsgang mehr in die Details zu gehen und sich doch auch kurz zu fassen. Die Kundeneinlagen nahmen um 3.4 Prozent zu bei rückläufigem Gesamtmarkt. Das Hypothekarvolumen nahm gar um stolze 8.1 Prozent zu. Trotz Kostenanstieg konnte ein Geschäftserfolg von 4.94 Mio. erwirtschaftet werden (Vorjahr: 3.49 Mio). Die Bank beschäftigt 27 Mitarbeitende (plus 3 Personen zum Vorjahr), davon zwei Auszubildende.
Stefano Fiorentino von der Revisionsstelle von Ernst & Young hatte die Buchführung, die Jahresrechnung und die Geschäftsführung eingehend geprüft und kurz dazu Stellung genommen. So wurden in der Beschlussfassung Bilanz und Erfolgsrechnung, die Verzinsung der Anteilscheine mit 3.5 Prozent und die Entlastung der Organe vom Plenum einstimmig genehmigt.
Statutenrevision klar angenommen
Gewichtigstes Traktandum war dann noch die Statutenrevision, die mit drei Kurzvideos vorgestellt wurde. Sie wurde auch von der FINMA geprüft und genehmigt. Die Revision wurde mit vereinzelten Nein-Stimmen und Enthaltungen klar gutgeheissen. Sie bringt eine Öffnung der Mitgliedschaft, eine Erweiterung der Geschäftstätigkeit, eine Stärkung der Unternehmensführung sowie diverse materielle und formelle Statutenanpassungen.
Franz Zimmermann hat sich als Vizepräsident des Verwaltungsrates nach 10 Jahren entschieden, kürzerzutreten und den Weg für eine Nachfolgerin frei zu machen. Er wurde herzlich verdankt und verabschiedet. Dabei wurde vor allem seine loyale und kollegiale Art sowie seine fachlichen Kompetenzen herausgestrichen. Er wird in Zukunft etwas mehr Zeit für sein Hobby, das Biken, haben, und hat dafür einen Gutschein aus dem Angebot des renommierten Nidwaldner Bikeguides Lukas Stöckli zum Abschied erhalten. Die als seine Nachfolgerin vorgeschlagene Claudia Wüest wurde einstimmig gewählt.
Claudia Wüest übernimmt von Franz Zimmermann
Claudia Wüest ist im Seetal, genauer in Schongau aufgewachsen. Seit zwei Jahren lebt sie nun mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Gunzwil. Sie ist als Senior Controller / Financial Compliance Officer sehr qualifiziert für ihre neue Aufgabe und arbeitet bei Axon Ivy in Zug. In der Freizeit ist sie beim Wandern, beim Yoga, beim Jassen und im Garten anzutreffen. Der Anzeiger Michelsamt wollte von der einstimmig gewählten Claudia Wüest wissen, was ihr diese Wahl nun bedeutet. «Alles!», sagte sie spontan und mit einem entwaffnenden Lachen gegenüber dem Anzeiger Michelsamt, um dann doch etwas ausführlicher zu werden: «Die Wahl in den Verwaltungsrat ist für mich eine Ehre. Sie eröffnet mir die Chance, meinen Horizont zu erweitern und Wissen in einem herausragenden Gremium zu teilen. Vor allem aber bietet sie mir die Möglichkeit, aktiv zur Entwicklung und Unterstützung unserer Region beizutragen und gemeinsam mit anderen zu wachsen.» Für ein Bild mit dem abtretenden Franz Zimmermann war sie sofort zu haben.
Das von Gourmet Star unter Michi Staub hingezauberte Menü inkl. Dessert stellte alle zufrieden. Zusammen essen und trinken gab Gelegenheit für viele vertiefte Gespräche, nicht nur über Bankthemen.
Nach dem Essen ergriff Bankleiter André Muff nochmals das Wort und meinte mit einem Augenzwinkern: «Wir kommen nun zum nächsten Höhepunkt nach der Statutenänderung.» Die Stimmkarten dienten als Lose für die Verlosung von fünf Regiokörbli, die durch die Lernenden feierlich übergeben wurden. Die älteste Teilnehmerin an der GV bekam eins, die 94-jährige Rösli Disler aus Eich, ebenso der jüngste Genossenschafter, der anwesend war: Michael Hurni (21) aus Sempach Station. Sie zeigten exemplarisch die Spannweite des Genossenschaftsgedankens.
Heinz und Werni begeistern während 45 Minuten
Dann war die Reihe an den auch vom Schweizer Fernsehen bekannten Komikern von Pasta del Amore. Christian Gysi und Bruno Maurer haben es in die Schweizer Comedy-Szene geschafft. Besonders ihre Rollen als Heinz und Werni haben sie bei Gross und Klein bekannt gemacht. Lustig-schräg etwa ihre Lebensweisheiten: «Leben ist wie ein Liegestuhl – wenn du zu viel drin liegst, klappt er zusammen.» Sie können jedoch auch subtiler, differenzierter. Sie liessen viel Wortwitz und Situationskomik aufblitzen, auch auf die Raiffeisen-GV bezogen. So sagten sie etwa: «Hier hat es Junge, mittlere Alter und auch «raiffe Eisen». Sie begeisterten die ganze Halle mit ihrem Auftritt, man konnte herzhaft lachen. Und sie taten alles in gewohnter Pasta del Amore-Manier auf unkonventionelle, ja anarchistische Weise. Immerhin so viel ist klar: Gehts langsam abwärts, zählt vor allem eines: Sink positiv! Auch eine kurze Zugabe schenkten sie den Genossenschaftern und spielten länger als vertraglich vereinbart. Sie sagten nach der Aufführung: «Wir haben uns an der Raiffeisen-GV sehr wohlgefühlt, es war ein dankbares Publikum, was an einer GV nicht selbstverständlich ist.»
Eine Besucherin sagte gegenüber dem Anzeiger Michelsamt: «Die GV selber war sehr gut, Lukas Herzog und André Muff haben das meiner Meinung nach gut gemacht. Das Essen war sehr gut. Und an unserem Tisch waren einige sehr begeistert von Pasta del Amore.»
Bereits darf man sich das Datum der nächsten Raiffeisen-GV notieren: 28. März 2025. Es wird sich bestimmt wieder lohnen.
Text und Bilder: Karl Heinz Odermatt