101 bunt-kreative Projektarbeiten zum Schulschluss
Am Dienstagabend fanden in Rickenbach wie in Beromünster die Präsentationen der Abschlussarbeiten statt. Eine Wimmelkiste an bunten, kreativen, ausgetüftelten, tiefgründigen und unterhaltsamen Werken, entstanden mit Fleiss in jugendlicher Frische. Insgesamt 101 Arbeiten sind es – jede ein Kunstwerk für sich.
Es riecht nach Sommer, nach Schulschluss und Übermut. Abschlusspartys warten und Ferienfreude kommt schon bald auf. Für viele Jugendliche kommt nun das Ende ihrer obligatorischen Schulzeit. Was für eine Zeit! Sie muss sich aber verdient werden. Die Projektarbeit der 9. Klassen fordert vor offiziellem Schulschluss die Schülerinnen und Schüler nochmals heraus und verlangt viel Disziplin und Einsatz. Und dann noch die Präsentation! Da kommt erst richtig Lampenfieber auf.
Jedem seine Ausstellung in Beromünster
Die Präsentationen der Projektarbeiten in Rickenbach und Beromünster fanden beide am Dienstagabend, 27. Mai, statt. Sie bedeuten jedes Mal ein kleines Fest. Da kommen Eltern, Paten, Freundinnen und Freunde zusammen, auch viele Ehemalige und sogar künftge Ausbildner, die sich die kreativen Arbeiten und Produkte der 9.-Klässler:innen ansehen wollen. Das Schulareal von Beromünster mutiert zum Ausstellungsgelände, angetroffen wird da alles. Ein «Bartisch mit optischer Illusion» hat genauso Platz wie Breakdance, Hasenstall, Kochbuch, ein restaurierter Pick-up oder eine Broschüre über ADHS. 68 Jugendliche stehen, fast wie an einer Gewerbeausstellung, hinter ihrem Ausstellungsstand, begrüssen und informieren das neugierige Publikum.
In Rickenbach heissts: Auftreten vor Publikum
In Rickenbach sieht es etwas anders aus. Nach exaktem Zeitplan präsentieren die Jugendlichen, dieses Jahr sind es 33, jeweils in einem Schulzimmer vor Publikum während 15 Minuten ihr Produkt und erklären dessen Entstehung – die wachsamen Augen der jurierenden Lehrpersonen immer im Blickfeld.
Arbeit besteht aus vier Teilen
Damian Troxler, Lehrer an der Sek Rickenbach, erklärt: «Die Abschlussarbeit besteht aus vier Teilen, welche in der Bewertung alle ungefähr gleich gewichtet werden: 1. Arbeitsprozess (Zeitplanung, Ausdauer, Umgang mit Problemen); 2. Schriftliche Arbeit (formale Ansprüche, Gliederung, Sprache); 3. Produkt (Originalität, optisches Aussehen, Schwierigkeitsgrad); 4. Präsentation (Ablauf, Präsentationstechnik, Medieneinsatz).» Aus diesen vier Teilen ergibt sich dann eine Gesamtnote. Wichtig ist auch, dass alle Arbeiten von mehreren Lehrpersonen bewertet werden. In Rickenbach verleiht zudem der Gewerbeverein einen Preis an drei, von ihm auserkorene Abschlussarbeiten. Ein bisschen Wettbewerb darf schliesslich sein.
Die Freude – wichtigster Motivator
«Nach Weihnachten müssen sich die Jugendlichen auf ihr Projekt festlegen», erklärt Daniela Bucher, Lehrerin für Projektunterricht an der Schule Beromünster, «unter dem Kriterium, dass es etwas mit ihnen persönlich zu tun hat.» Es entstehen dann verschiedenste Projekte wie Handwerkliches, Forschungsarbeiten, musische Werke oder etwas im sozialen Bereich. Wenn es etwas ist, was sie selber betrifft und woran sie Freude haben, ist ihr Engagement viel grösser», sagt Daniela Bucher. «Das ist das Wichtigste.»
Zielsetzungen
* ihren Neigungen entsprechend Themen bestimmen
Die Lernenden sollen im Projektunterricht unter anderem:
* aus eigenem Antrieb Ziele setzen
* Wege zur Erreichung der Ziele entwickeln
* Methoden kennen und einsetzen, um eine Projektarbeit geplant und geführt zum Abschluss zu bringen
* ihre Fähigkeiten entfalten, Erfolgserlebnisse haben wie auch die Grenzen des eigenen Leistungsvermögens kennenlernen
* Probleme, Risiken und Unsicherheiten als Chance für neue, bessere Lösungen verstehen
* Bei Spannungen und Konflikten selber Wege zur Lösung finden
* Informationen sammeln, ordnen, auswerten und kritisch beurteilen
* Die Ergebnisse anderen zugänglich machen und präsentieren
* das eigene und gemeinsame Tun am Arbeitsprozess und am Ergebnis reflektieren und beurteilen
* eine Projektarbeit dokumentieren
Quelle: lehrplan.ch
Text und Bilder: Ursula Koch-Egli
Weitere Bilder und Impressionen aus Rickenbach:
Bilder: uke
Weitere Impressionen aus Beromünster, Schulhaus St. Michael:
Bilder: Evelyne Imbach / uke