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10 Jahre agriPrakti: Eine Erfolgsgeschichte als sinnvolle Zwischenlösung

Seit 10 Jahren absolvieren jedes Jahr zahlreiche Jugendliche das sinnvolle Zwischenjahr. Es wurde vom Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband als privates Angebot im Jahr 2013 lanciert. Die Jugendlichen leben und arbeiten vier Tage pro Woche auf einem Bauernhof. Einen Tag pro Woche besuchen sie den Schulunterricht in Sursee. Diesen Juni feiert das agriPrakti nun das Jubiläum. Der «Michelsämter» wollte aus diesem Anlass von der agriPrakti-Ausbilderin Mirjam Roos aus Gunzwil und von der aktuellen agri-Praktikantin, Fabienne Marti aus Neudorf, erfahren, wie das agriPrakti ganz praktisch ausschaut.


Die agriPraktikantin Fabienne Marti umringt von den Kids Rafael, Eliane und Emelie. Links Andreas Roos, rechts Mirjam Roos in Gunzwil.


Mirjam Roos, wann und wie ist die Idee entstanden, agriPraktikanten bei Ihnen aufzunehmen?

Bereits bei meinem Abschluss zur Bäuerin mit Fachausweis 2018 war eines meiner Ziele, in Zukunft agriPraktiant:innen auszubilden. Die Jugendlichen können in diesem Zwischenjahr sehr vieles für ihren späteren Arbeitsalltag, sei es im Job oder in der Familie, mitnehmen. Als im Frühling 2020 die Nachfrage im Hofladen durch Corona stark zugenommen hat, haben wir uns vorübergehend Hilfe durch Agriviva auf den Betrieb geholt. Im Frühling 2021 haben wir uns entschieden, uns als Ausbildungsbetrieb anzumelden und im November startete bereits das erste agriPrakti bei uns.

Was sind die schönen Erlebnisse mit den Jugendlichen, die Sie gerne weitererzählen?

Es gab während des ganzen Jahres immer wieder besondere und schöne Erlebnisse, die uns in Erinnerung bleiben werden, z.B. Ausflüge mit der ganzen Familie und der agriPraktikantin, der Fussmarsch mit unseren Kühen im September 2022 von Maihusen nach Gunzwil an die regionale Viehschau, das erste Kennenlernen nach der Geburt unserer jüngsten Tochter oder auch wie sich die agriPraktikantin in dieser Zeit entwickelt hat, sehr schnell selbstständig wurde und uns in den alltäglichen Arbeiten tatkräftig unterstützt hat.

Welche Aufgaben übernehmen agriPraktikanten bei Ihnen?

Nebst den alltäglichen Arbeiten im Haushalt wie z.B. Kochen, Wäsche- und Wohnungspflege, Reinigungsarbeiten oder Kinderbetreuung erledigt unsere agriPraktikantin bereits nach wenigen Wochen selbstständig Aufgaben im Hofladen. So wird jeden Morgen frisches Gemüse im Garten geerntet, täglich mehrmals die Regale im Hofladen aufgefüllt oder auch einige hofeigene Spezialitäten hergestellt und beschriftet. Bei den saisonalen Arbeiten im Garten, der Ernte von Obst oder auch während der Heuernte beziehen wir unsere agriPraktikantin mit ein und sind um jede helfende Hand dankbar.

Welche Lektionen bringen den Jugendlichen am meisten für ihr weiteres Berufsleben oder auch privat?

Sie übernehmen schnell Verantwortung in unterschiedlichen Bereichen und können somit im Laufe des Jahres immer mehr Eigenverantwortung übernehmen. Ebenfalls lernen die Jugendlichen, dass nicht immer alles nach Plan läuft und man somit immer flexibel bleiben muss.

Können auch Sie manchmal von den Jugendlichen lernen?

Ja ich denke es können alle auf dem Betrieb etwas von den Jugendlichen lernen. Sie sehen das ganze Umfeld aus einem anderen Blickwinkel. So können interessante Fragen oder auch Diskussionen entstehen, was wiederum zu neuen Ideen führen kann.

Für welche Jugendlichen eignet sich dieses Zwischenjahr am besten?

Für alle Jugendlichen, die motiviert sind, Neues zu lernen, gerne in der Natur arbeiten und gerne mitanpacken.

Was wünschen Sie Fabienne Marti für die Zukunft?

Einen erfolgreichen Abschluss im agriPrakti, einen guten Start in ihre Berufslehre als Detailhandelsfachfrau und dass sie weiterhin eine glückliche, gesunde junge Frau bleibt und ihre Ziele erreichen wird.

Das agriPrakti feiert heuer sein 10-Jahre-Jubiläum. Wie sehen Ihre Wünsche für agriPrakti aus?

Dass es weiterhin viele Jugendliche gibt, die sich für dieses Zwischenjahr interessieren und viele motivierte Bäuerinnen, die sich als Ausbildnerin anmelden und somit ihr Wissen weitergeben können.


Fabienne Marti aus Neudorf hat die Kids Rafael, Eliane und Emelie voll im Griff.


Fabienne Marti, wie sind Sie auf die Idee gekommen, das agriPrakti zu absolvieren?

Da ich meine Lehrstelle erst ein Jahr später bekommen habe, musste ich mich nach einem Zwischenjahr umschauen. Ich wollte ein Zwischenjahr absolvieren, bei dem ich nicht nur in der Schule sitze, sondern arbeiten kann, etwas verdiene und mich körperlich betätige.

Was sind Ihre persönlichen Highlights des letzten Jahres?

Meine persönlichen Highlights waren die verschiedenen Ausflüge z.B. der Besuch an der Luga in Luzern, das gemeinsame Schauen des Tour de Suisse-Starts oder der Besuch an der Viehschau in Gunzwil. Die Geburt der jüngsten Tochter im November war für mich ebenfalls ein ganz besonderer Tag.

Wie haben Sie das Familienleben bei der Familie Roos wahrgenommen? Wie wurden Sie integriert?

Ich habe sehr am Familienleben teilgenommen. Wir konnten auch über alles sprechen und zusammen lachen. Sie haben mich sehr gut in der Familie aufgenommen und ich fühle mich sehr wohl.

Aus welchen Gründen würden Sie das agriPrakti weiterempfehlen?

Ich empfehle es weiter, da man sehr viele Sachen lernt, die man im späteren Leben immer wieder gebrauchen kann.

Wohin geht die Reise nach dem agriPrakti?

Ich starte ich meine Lehre im Go-In Sportshop in Sursee als Detailhandelsfachfrau EFZ. Ich freue mich sehr, dort meine Lehre zu machen.


Das agriPrakti feiert sein 10-Jähriges Bestehen
Seit 10 Jahren absolvieren jedes Jahr zahlreiche Jugendliche das sinnvolle Zwischenjahr, welches vom Luzerner Bäuerinnen-und Bauernverband als privates Angebot im Jahr 2013 lanciert wurde. Das Praktikum dauert ein Jahr, währenddessen die Jugendlichen vier Tage pro Woche auf einem Bauernhof leben und arbeiten. Ein Tag pro Woche findet der Schulunterricht in Sursee am BBZN (Berufsbildungszentrum Natur und Ernährung) statt. Dabei werden die Fächer Allgemeinbildung, Mathematik, Deutsch, Ernährung & Verpflegung, Produkteverwertung, Haushaltführung, Gesundheitsvorsorge, Gartenbau und textiles Gestalten unterrichtet. Mit dem Zwischenjahr erhalten die Jugendlichen sinnvolles Rüstzeug sowohl für die berufliche, als auch die private Laufbahn. Der letzte freie Platz für das Schuljahr 2023/24 ist auf der Website (www.agriprakti.ch) zu finden. Anmeldungen für das Jahr 2024/25 werden ebenfalls schon entgegengenommen, werden jedoch erst ab anfangs August auf der Webseite publiziert. Gerne dürfen Sie sich bei Interesse beim Sekretariat, Regina Kaufmann, unter 041 925 80 21, melden.



Text und Bilder: Madeleine Grüter




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